DIY-Seminar: Abschlusstag
Das DIY-Seminar ist am 23.01. mit zahlreichen Gastbeiträgen zu Ende gegangen. Ein paar Notizen und Impressionen dazu gibt es nun hier. Und unserer Gäste haben auch Zusammenfassungen geschrieben: hier die Links zu Michelle Thorne und Felix Beck.
Zunächst haben die Seminarteilnehmer noch einmal ihre umgesetzten und geplanten Projekte vorgestellt.
Neben den Erfahrungen der Multitouchpad-Fraktion (Manuel Schmutte, Marc Strauchmeier) hat Edgar Ziesmann die Idee einer Arduino-Honig-Waage für Imker, die per SMS Nachrichten über den Bienenstock sendet, vorgstellt. Außerdem gab es die Drawdio-Truppe (Jonte Laatz, Oliver Jäschke), die sich anschließend mit der Sensorik und Aktorik per Arduino beschäftigt hat.
Susann Baumgart verfolgte die Idee mittels Handschuh und LilyPad ein Geschicklichkeitsspiel zu basteln: Zu unterschiedlichen LED-Signalen werden entsprechende Finger mit dem Daumen zusammengedrückt - dabei steigt der Schwierigkeitsgrad über die Zeit an.
Konstantin Reinhart führte seine über sechs Monate selbstgebaute Musikkonsole vor, die Controller, Sequenzer und Synth aus zahlreichen Reglern, alten Effektgeräten und zwei Arduino-Boards vereint.
Video: DIY-Musikkonsole von Konstant Reinhart
Auch Rodrigo Frenk präsentierte seine selbstgebauten Drumpads an einem Supercollider-Programm und Peter Harrass bastelte an einem LED-Würfel, der später einmal z.B. das Frequenzspektrum von Musik darstellen kann.
Nach den Teilnehmern haben sieben Gastredner Ihre Projekte und Ideen rund um das Thema DIY präsentiert.
Mey Lean Kronemann
Einfach machen - oder: wie weit kommt man ohne Vorkenntnisse?
Mey stellte Ihre Erfahrung zum Thema DIY vor: Man kann auf einen riesigen Wissensschatz von DIY-Projekten zurückgreifen und auch mal Bauteile selbst herstellen, anstatt sie zu kaufen. Dabei präsentierte sie mehrere Ihrer Projekte (u.a. Schüchterne Lichter) aus dem Studium des Interfacedesign an der FH Potsdam (Link zur Präsentation).
Felix Hardmood Beck
Play and enquire – the possibilities are endless!
Felix präsentierte exemplarische Projekte aus Studium, Alltag und Beruf als Designer (entstanden im Team oder im Alleingang). Dabei gab er einen Einblick in die Hürden seiner Projekte, wie er zu Lösungen gekommen ist und in welchem Zeitrahmen das ganze zu bewerkstelligen war. Ein Motivation ist für ihn, seine Projekte bestenfalls ganz zu durchleben, wie beim Projekt GeoCane: die Abschlussarbeit war gleichzeitig eine Pilgerreise. Außerdem hat er auch immer ein Auge auf das Marketing: Seine SoundBombs kann man nicht kaufen, sonden ergattert sie nur über eine gute Idee - dafür aber umsonst!
Mendel Heit
Objekte selber produzieren, von der Gestaltung zum Fablab.
Mendel gab einen Überblick über seine Arbeiten als Industriedesigner und inspirierende Ideen anderer. So produziert er gerade Ringe per 3D-Druck bei Shapeways und probiert sich an einer Arduino-Armbanduhr. Interessant waren auch Projekte wie I AM DISPLAY aus dem Palomar5-Camp. Außerdem wurde noch einmal auf die guten Bastelanleitungen von Instructables verwiesen und im Bereich 3D-Scan Projekte wie der genial einfache Milkscanner vorgestellt. Dessen Daten können anschließend mit Open Source Software wie Blender und Meshlab bearbeitet werden und 3D-Drucke landen für die Allgemeinheit auf Seiten wie Thingiverse.
Manuel Odendahl
Bits, beats, everything.
Manuel produziert den MiniCommand, einen universal einsetzbaren Midi-Controller für Musiker und ist Mitautor des ersten deutschen Arduino-Buchs. Er gab er einen Einblick in die bisherige Entstehungsgeschichte des Projekts und sprach über zahlreiche Hürden und Erkenntnissen auf dem Weg zum Produkt. Besonders das offene Design - also das nicht fixierte Aufgabengebiet seiner MidiCommand - ist ein großer Vorteil. Dadurch entstehen immer wieder neue Einsatzmöglichkeiten, auch spontan beim Musizieren bzw. Ausprobieren, die über einen Patch-Manager auch mit Anderen geteilt werden können. Eine wichtige Erkenntnis war außerdem der oft unterschätzte Zeitaufwand für den Support der MiniCommand-Käufer. Um das Produkt hat Manuel inzwischen eine Community entwickelt, die sich nun auch selbst hilft und ihn dadurch entlastet - eine enorme Zeitersparnis.
Georg Werner
Sachen finden und zweckentfremden.
Georg interessiert sich als Klangkünstler besonders für die Botschaft hinter DIY-Produkten. Ein Lieblingsthema ist das Basteln mit Elektroschrott - Recycling als Statement. Als ein Beispiel dient der "Graphomat '09", der aus einem alten HP-Tintenstrahldrucker entstanden ist. Georg fand den Drucker kaputt auf der Straße und hat ihn in zwei Wochen zu einem "Grußkartenplotter" umfunktioniert, der per Processing angesteuert wird.
Video: George Werner's "Graphomat '09"
Als Autodidakt ist Georg ein großer Freund des Internets und des "Ideensharings" und bringt seinen Studenten in Seminaren der Klangkunst die Ideen des Reverse Engineerings und Zweckentfremdens näher.
Olaf Val
From home made junk to empty space - die Funktion des Nonsens in der DIY-Kultur.
Olaf hat als Medienkünstler zunächst mit einem Blick auf Nonsense-DIY-Projekte die künstlerische Seite von DIY-Produkten hervorgehoben und gleichzeitig gezeigt, wie die Kunst das DIY-Phänomen nutzt. Gute Beispiele dafür sind z.B. die Ultimate Machine von Claude Shannon oder der First Person Shooter von Aram Bartholl.
Video: Nachbau der Ultimate Machine von Claude Shannon.
Im zweiten Teil stellte Olaf sein Projekt Mignon Game Kit vor. Dies ist ein 25€-DIY-Spiele-Handheld, der sich besonders für Kinder zum Basteln und den Erstkontakt mit dem Löten eignet. Dabei hat Olaf allerdings bisher mit seinem Open Source Kit - trotz großer Medienresonanz - keinen wirklichen Gewinn machen können und sucht weiter nach kommerziellen Vertriebspartnern.
Michelle Thorne
Open Up! Creative Commons Case Studies in Design
Während des DIY-Seminars und auch am Abschlusstag sind immer wieder Fragen zum Urheberrecht und zu den Creative Commons aufgekommen. Dazu konnte uns nun Michelle Thorne als Free Culture Advocate der Creative Commons mit Ihrer Präsentation Informationen aus erster Hand liefern (Link zur Präsentation). Grundsätzlich geht es vor der Lizenzwahl immer darum, was man für ein Ziel mit der Veröffentlichung hat: Will man Möglichst viele Leute erreichen, einen Beitrag für die Gesellschaft leisten und deren Kreativität leisten oder möchte man sein Werk schützen und womöglich auch kommerziell vertreiben? Die Grundhaltung entscheidet über das CC-Lizenzmodell. Nach der Theorie stellte Michelle noch ein paar erfolgreiche Projekte mit CC-Lizenz vor. Neben altbekannten wie Arduino und Blender sind die Open Source Kleidung von Pamoyo in Berlin, die Plattform Flexiblestream für Open Source Design und der Open Source 3D-Printer RepRap zu erwähnen.
Schließlich war der letzte Tag des DIY-Seminars dann zu Ende. Hiermit noch einmal ein großes Dankeschön an die Gastredner, die dabei waren und den Tag trotz der Länge sehr abwechslungsreich und interessant gehalten haben!
Es gibt schon erste Pläne für eine Fortsetzung des DIY-Seminars an der HBK im Sommersemester 2010. Das Basteln an der Hochschule geht also vielleicht bald weiter...



Februar 17th, 2010
Der Bericht zum DIY-Abschlusstag ist nun tatsächlich online: http://bit.ly/9hvW0w …
@m3nd3l @ju_lea @hardmood @wesen @thornet @schmutte
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Februar 18th, 2010
RT @bbischof Der Bericht zum DIY-Abschlusstag ist nun tatsächlich online: http://bit.ly/9hvW0w …
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Februar 18th, 2010
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